Israel verbietet Magermodels

Magersüchtige Models in der Werbung können nicht nur schockieren, wie Oliviero Toscani und Isabelle Caro mit der Nolita-Kampagne gezeigt haben, sondern auch schlechten Einfluss auf junge Mädchen ausüben. Ein falsches Frauenbild und Essstörungen können die Folge sein. Die israelische Knesset wagte nun einen Vorstoß und verbot Magermodels in der Werbung per Gesetz  (» Artikel in der Haaretz).
Aus medizinischer Sicht sicherlich eine wunderbare Sache, die Konsequenzen für die israelische Werbewirtschaft sind allerdings noch kaum vorherzusehen. Models, die aufgrund genetischer Veranlagung von Natur aus dünn sind und nicht einfach zunehmen können, laufen Gefahr ihre Jobs verlieren. Das israelische Model Alisa Gourari beschwert sich im Interview mit der Haaretz: “For someone like me, for whom it’s genetic, I will be arbitrarily disqualified from working and realizing my life’s dream.”

Bleibt abzuwarten, ob die Idee einer strikten gesetzlichen Regelung als Vorbild für den europäischen Raum dienen wird oder ein unbeachtetes Lokalphänomen bleibt. In Deutschland wäre ein solches Gesetz auf jeden Fall an Art. 12 Abs. 1 GG zu messen.

Alexander Goldberg
Berlin, 20. März 2012

 
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