Sixt: HDGDL, GDL

10437515_10152580644459667_8593341166332197124_n

Sixt hat sich mal wieder selbst übertroffen. Der für seine überaus kreativen und oft auch hart an der rechtlichen Grenze kratzenden Werbekampagnen bekannte Autovermieter hat eine Liebeserklärung an die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) veröffentlicht. In Zeiten von SMS, iMessage, Whatsapp, Threema, Telegram und Co. sollte sich der Leser darüber bewusst sein, dass es heutzutage nicht mehr heißt “Hab’ dich ganz doll lieb”, sondern “HDGDL”. Für Sixt eine Selbstverständlichkeit, zumal die altersmäßig richtige Zielgruppe direkt auf Facebook angesprochen wurde. Wirklich wirklich gut. Chapeau!

 

BGH: “ENERGY & VODKA” ist keine nach der Health-Claims-Verordnung verbotene Angabe

Während das OLG Hamm (WRP 2012, 1572) noch davon ausging, dass die Bezeichnung “ENERGY & VODKA” für ein alkoholisches Mixgetränk eine nährwertbezogene Angabe nach Art. 2 Abs. 2 Nr. 4 der Health-Claims-Verordnung (VO 1924/2006) sei, da sie dem Verbraucher suggeriere, dass das Getränk besondere positive Nährwerteigenschaften aufweise und der Verbraucher dem Getränk eine anregende, stimulierende Wirkung auf seinen Organismus zuschreibe, hat der BGH die Entscheidung heute aufgehoben
(
» Pressemitteilung).
Weiterlesen

 

Goldener Windbeutel für Capri-Sonne – Kinderwerbung und Irreführung

Am 16. Mai 2013 verlieh die Organisation foodwatch zum fünften Mal den “goldenen Windbeutel”. Es handelt sich dabei um einen Negativpreis, der die dreistesten Werbelügen an die Öffentlichkeit bringen soll. Diesmal wurde die Ehre der Kinder-Getränkemarke “Capri-Sonne” zuteil. Nominiert waren unter anderem auch der Pudding “Paula” und die “Pom-Bär” Chips. Bisherige Preisträger waren “Actimel” von Danone (2009), “Monte” von Zott (2010), “Milchschnitte” von Ferrero (2011) und mehrere Instant-Früchtetees von Hipp (2012). Weiterlesen

 

Photoshopped – Irreführung durch bearbeitete Models

Während im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert schöne Frauen in Werbeanzeigen der Phantasie und Kreativität begnadeter Maler und Werbezeichner wie Alfons Mucha oder Haddon Sundblom entsprangen und neben dem beabsichtigten Werbeeffekt auch einen künstlerischen Mehrwert schufen, haben die heutigen Werbekampagnen nur wenig mit dem Glanz früherer Zeiten gemein. Weiterlesen

 

Update: Telefonat mit dem Werberat

Nach einem freundlichen Telefonat mit der Geschäftsführerin des Deutschen Werberats, Frau Julia Busse, möchte ich den Beitrag vom 17. April. 2012 (» Zum Beitrag) ergänzen. Wie Frau Busse mir versicherte, war die Anzeige des Hamburger Möbelhauses mit dem nackten Mann dem Werberat schlicht nicht bekannt. Von deren Existenz erfuhr der Rat erst durch meine E-Mail. Nach gängiger Praxis wäre aber auch diese Anzeige durch den Rat gerügt worden. Da das Möbelhaus beide Anzeigen zurückgezogen hat, hat sich der Fall nun erledigt. Frau Busse betonte, dass natürlich auch männerdiskriminierende Werbung vom Rat missbilligt und gerügt wird.

Auch ich möchte klarstellen, dass bei meiner Kritik nicht die Arbeit des Werberats im Vordergrund steht, sondern das grundsätzliche gesellschaftliche Problem, dass die Kritik an genderstereotyper Werbung fast ausschließlich Frauenbilder betrifft. An der Objektifizierung und Stereotypisierung männlicher Personen in der kommerziellen Kommunikation scheint sich kaum jemand zu stören. Hierauf werde ich aber in den nächsten Tagen und Wochen näher eingehen.

Alexander Goldberg
19. April 2012

 

Ein Neger aus Afrika…

(c) Stadtmuseum Düsseldorf, 1936 (Künstler unbekannt)

Diskriminierende Werbung? Das Düsseldorfer Stadtmuseum stellt derzeit Zeichnungen jüdischer Kinder aus der Nazizeit aus. Eine dieser Zeichnungen stellt einen schwarzen Mann dar mit der Unterschrift “Ein Neger aus Afrika steht hier breitbeinig da”. Im Grunde ist hieran nichts Verwerfliches zu erkennen. Auch das Wort “Neger” erhielt erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine rassistisch-wertende Komponente (vgl. Kramer, S. 11 ff. » Volltext-PDF). In vielen osteuropäischen Ländern ist die Bezeichnung “Neger” noch immer eine völlig wertungsfreie Bezeichnung für schwarze Menschen. Weiterlesen

 
1

Evangelische Kirche wirbt mit blutender Hand

(c) EKHN

 

Schockwerbung mal anders: Die evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) wirbt mit einem Plakat für Respekt vor dem Karfreitag, das eine blutende Handfläche zeigt, deren Finger zu einem Victory-Zeichen geformt sind. Die Nassauische Neue Presse berichtet am 31.03.2012 (» Zum Artikel), dass die rund 100.000 Euro teure Kampagne an 62 kirchlichen Gebäuden und 130 Litfaßsäulen zu sehen sein wird.

Weiterlesen